Frohes Neues Jahr oder Von Hochland zu Hochland (zu Hochland)

Ihr Lieben, die Welt lebt noch und ich auch – jetzt in Bogotá auf 2600m Höhe und mit einer omnipräsenten Bergkulisse. Ich hoffe sehr, ihr hattet ebenso schöne Feiertage wie ich, konntet ein paar schöne Moment im Kreise der Lieben und/oder der Heimat verbringen und hattet einen guten Start ins Jahr 2013.

Panama habe ich nach einigem Hin und Her schließlich doch Richtung Mexiko-Stadt und Eva verlassen und bin jetzt seit dem 2. Januar hier in Bogotá. Dieses liegt, genau wie Mexiko-Stadt, hoch in den Bergen – auf 2600m Höhe. Nachts und morgens wird es schon echt frisch bzw. richtig kalt. Leider holte mich meine seit Kuba andauernde Erkältung jetzt so richtig ein und brachte mich auf den letzten Metern noch zur Strecke – Nasennebenhöhlen- und Mandelentzündung lautete die Diagnose. Mit viel Ruhe und Medizin geht es nun Schritt für Schritt besser, bevor es nächste Woche mit dem Praktikum losgeht.

„Zuhause schreibt es sich nicht so gut“

So sagte mir eine Freundin dazu, dass ich in Panama nicht mehr so oft neue Artikel veröffentlichte wie von Kuba aus.

Nach dem anfänglichen Kulturschock nach Kuba lebte ich mich dann nämlich doch schnell wieder ein. Die meiste Zeit verbrachte ich in Volcán, welches in 1400m Höhe am Fuß eines gigantischen Vulkans gelegen ist. Hier bin ich vor 10 Jahren während meines Schüleraustausches zur Schule gegangen und habe daher noch viele Freunde und Bekannte im Ort. Sowohl meinen Geburtstag als auch Weihnachten verbrachte ich zu Gast bei lieben Freunden und traf viele Leute wieder. In den letzten Jahren war ich eigentlich fast jedes Jahr etwa einen Monat pro Jahr hier, sodass viele Kontakte noch sehr eng sind und ich oft auf bekannte Gesichter treffe. Auch wenn Volcán eher klein ist und es eigentlich nichts zu tun gibt, passiert immer etwas – irgendjemand kommt immer vorbei oder man „dreht Runden“ mit dem Auto und guckt einfach mal, was die anderen so machen. Ein sehr langsamer und entspannter Lifestyle!

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Abenddämmerung in Volcán
Abenddämmerung in Volcán 2
Abenddämmerung in Volcán 2

Einmal fuhr ich frühmorgends (vor 6 Uhr) mit einer Freundin zu ihrem Arbeitsplatz: ein kleines Restaurant für die Arbeiter von einem der vielen Wasserwerkprojekte in den umliegenden Bergen, die gerade im Bau sind. Nachdem wir mit ca. 30 Arbeitern die Serpentinenstraßen durch die Dunkelheit hochgekarrt wurden, ging es vor Ort direkt an die Arbeit: Empanadas, Hojaldres (fettgebackener Teig) und Würstchen wollten heißgemacht, Tee, Saft und Limonaden serviert werden. Als es gegen 10 etwas ruhiger wurde, nahm mich eine der Sicherheits-Chefinnen mit auf eine kleine Tour übers Gelände. Überraschend traf ich dort immer wieder auf bekannte Gesichter, halb Volcán scheint in einem dieser Projekt auf die ein oder andere Weise beschäftigt zu sein. Mit ihren Meinungen über diese Projekte, vor allem was die Umweltschäden angeht, waren alle angesichts ihres Abhängigkeitsverhältnisses natürlich sehr zurückhaltend. Aber macht euch selbst ein Bild:

In der Woche vor meinem Geburtstag fuhr ich nochmal für einige Tage nach Panama City, um meine Freunde dort zu besuchen. Abends ging ich immer mit meiner Schwester und Leuten von ihr aus und traf mich dann dort teilweise auch noch mit alten Freunden von mir. Die schillernde Wolkenkratzer-Glitzerwelt von Panama City und die schiere Endlosigkeit an Amüsiermöglichkeiten ist immer wieder faszinierend, aber auch ermüdend – vor allem der Stau tagsüber. 2-3 Stunden täglich im Stau zu stehen ist an der Tagesordnung. Zum Glück wird gerade die U-Bahn gebaut (angeblich mit der Hilfe deutscher Ingenieure), allerdings wird ab Ende 2013 zunächst nur eine Linie aktiv sein. Für die meist nur 2-spurigen Hauptverkehrsadern wird es wohl trotzdem schonmal eine hohe Entlastung darstellen! Hier einige Impressionen von der Skyline, von der Wohnung meiner Gastschwester Vanessa aus geschossen:

Einen Tag vor meinem Geburtstag traf dann meine Schwester Eva in Volcán ein, die 6 Tage lang mit Bussen von Mexiko-Stadt aus heruntergereist war. So konnte ich ihr auch Volcán von seiner besten Seite zeigen und wir haben viel erlebt. Auch meine Freunde waren sehr bemüht, ihr eine schöne Zeit zu machen und so unternahmen wir auch kleine Ausflüge. Zu meinem Abschied machten wir bei meiner alten Schulfreundin Yorlenis, bei der ich seit einigen Jahren immer unterkomme, ein großes Lasagne-Essen. Es waren 11 Riesenportionen und alle begeistert! Auch meinen Geburtstag haben wir dort sehr befeldttypisch mit viel Essen und Tanzen gefeiert.

Bald darauf ging es für einige Tage erneut nach Panama City, wo wir mit meiner Gastschwester Vanessa und Freunden von ihr aus waren.  Am nächsten Wochenende fuhren wir mit ein paar Freunden von mir auf die kleine Karibikinsel Bocas. Es gab dort ein Event mit panamaischen Reggae- und Dancehall-Sängern, wo einige von ihnen arbeiteten und uns andere einluden. Tagsüber machten wir dort die typischen Touri-Touren auf die umliegenden Inseln und Delfinbuchten (diesmal hatten wir allerdings kein Glück und die Delfine hielten sich bedeckt). Es war echt schön, mal mit meinen panamaischen Freunden zu reisen!

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Auf dem Rückweg von Bocas ging es noch ein (vorerst) letztes Mal nach Volcán, bevor ich am 19. nach Panama zurückfuhr, um am 20. nach Mexiko zu fliegen. Dort wollte ich mit einer guten alten Freundin bei der mexikanischen Familie ihrer Freundin Weihnachten feiern. Zum Glück erreichte mich jedoch gerade noch rechtzeitig – ich war schon eingecheckt und am Gate bereit zum Boarden – eine Nachricht von ihr, dass sie doch nicht fahre. Nach einem kurzen Verzweiflungsmoment („Was zum Teufel soll ich an Weihnachten alleine im einer Megapole wie Mexiko-Stadt?“) und Rücksprache mit meiner Gastschwester rief ich meine Freunde in Volcán an, die abwechselnd ins Telefon brüllten, ich solle sofort den Flug wechseln und zurück nach Volcán kommen, ich hätte dort Familien genug, wo ich Weihnachten feiern könne. Gesagt, getan- ich musste nur 90$ Wechselgebühr zahlen und konnte auf den 28. Dezember umbuchen. Wieder bei meiner Gastschwester Vanessa in der Wohnung ging es fast direkt weiter zu einem Essen mit alten Freunden von ihr im direkt am Wasser gelegenen Restaurant des kürzlich erbauten Trump Towers mit eigener Yacht-Anlegestelle.

Restaurant mit Yachthafen im Trumptower
Restaurant mit Yachthafen im Trumptower

Tags darauf nahm mich ein Kumpel im Auto mit nach Chiriqui, wodurch ich die für die Festtage typisch überfüllten Busse vermeiden konnte. Von David aus nahm mich ein anderer Kumpel, der noch bis spät Uni hatte, mit nach Volcán – den letzten Bus hätte ich um 2 Stunden verpasst. In Volcán freute ich mich mit meinen Freunden über die unverhofft geschenkte Woche zusammen und verbrachte noch ein paar schöne letzte Tage, die von viel Weihnachtsessen und -stimmung durchzogen waren. Den Weihnachtstag selbst verbrachte ich in zwei verschiedenen Haushalten – tagsüber bei einer Familie, wo ich beim Kochen mithalf (u.a. eine riesige Schweinshaxe, die den ganzen Tag über im Garten vorbereitet wurde) und abends zu meiner Freundin Yorlenis, wo es nochmal einiges an Fleisch, Salaten und etwas Wein gab, bis wir schließlich gegen 2 mit anderen Freunden in die Bar eines Kumpels fuhren. Am 25. gab es in der Hauptstraße des Dorfes den traditionellen Weihnachtsumzug zu bestaunen – auch dort gab es noch einmal viele schöne Wiedersehen.

Am Abend des 27. kam dann jedoch der wirklich endgültige Abschied, denn am nächsten Mittag ging es nach…

Mexiko

In Mexiko waren wir im riesigen anthropologischen Museum

und im Haus von Frida Kahlo und Diego Rivera. Vor allem letzteres hat mich wirklich nachhaltig beeindruckt!

Außerdem trafen wir uns in der Altstadt mit meiner Berliner Freundin Tanja, die dann auch noch für eine kleine Vize-Silvesterparty am 30. mit zu uns nach Hause kam. Die Altstadt war noch weihnachtlich bunt geschmückt und generell eher touristisch geprägt.

Silvester selbst verbrachten wir bei den Eltern einer Kommilitonin von Eva und ihren Freundinnen, die ein aufwendig eingerichtetes Haus in dem beliebten Feriendomizil Cuernavaca haben. Das Haus war denn auch in einer Art Wohnkomplex, der uns eher wie eine Ferienanlage vorkam. Dort gab es traditionelles mexikanisches Essen im Familienkreis, sehr interessante Unterhaltungen mit den Eltern und um eins schließlich ein Taxi in das auserkorene Lokal. Seltsamerweise wurde da bis ca. 4 Uhr fast ausschließlich Musik aus den 80ern bis 00ern gespielt, deren Videos natürlich auf riesigen Bildschirmen gezeigt wurden.

Zurück in Mexiko-Stadt musste ich auch schon fast wieder packen – am 2. Januar ging mein Flug nach Bogotá! Hier noch ein paar Eindrücke von der Wohngegend meiner Schwester:

Nun bin ich also seit dem 2. Januar hier in Bogotá, erneut im Hochland mit frühlingshaften Temperaturen, stets Bergen als Kulisse und dünner Luft. Aufgrund der Erkältung/ Nebenhöhlenentzündung habe ich bisher außer Arztbesuchen und Wohnungsbesichtigungen allerdings noch nicht allzuviel erlebt!

Wie immer freue ich mich sehr über Nachrichten bzw. Mails!

Hasta la Vista und stay tuned, u.a. für das Panama-Special „Best of Taxifahrer-Gespräche“!

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