Zurück im alten Europa

Nach einigen ersten komischen Tagen der Eingewöhnung fühle ich mich nun wieder „normal“ hier in meiner gewohnten Berliner Umgebung und freue mich sehr, wieder (verhältnismäßig) nah bei Freunden und Familie zu sein. Jetzt sind meine Gedanken auch nicht mehr so sehr in Kolumbien wie noch am Anfang, als ich ständig Vergleiche zog. Obwohl es ja nicht mein erster längerer Lateinamerika-Aufenthalt war, war es dieses Mal doch anders als sonst. Vor allem da ich in vier so verschiedenen Ländern so viele verschiedene Eindrücke gewonnen und Erfahrungen gemacht habe.

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De vuelta a la vieja Europa

ESTRENO! Como tengo algo más de tiempo, ahora con traducción al español:

Después de los primeros días raros de re-acostumbrarme ya me siento nuevamente „normal“ acá en mi ambiente familiar en Berlín y estoy muy contenta de estar cerca de mis amigos y familiares (de acá) nuevamente. Ya no pienso tanto en Colombia como en los primeros días cuando veía muchas cosas en comparación con mi vida allá. Aunque no fue mi primera estadía larga en Latinoamerica, esta vez fue algo diferente, sobre todo porque me he llevado tantas experiencias e impresiones distintas en cuatro países tan distintos esta vez. Para mis amigos de allá voy a agregar un mensaje que ya había publicado en otro medio:

Desde mi tierra berlinesa ya, quiero mandarles un agradecimiento a todas estas personas que han hecho de este viaje largo en los últimos seis meses una experiencia tan bella! Conocí muchos lugares y sobre todo personas nuevas, aprendí muchísimo y pasé momentos lindos con mis amigos de siempre (en Panamá y Volcán especialmente).
Nuevos y viejos amigos en Cuba, Panamá, México y Colombia: GRACIAS! Ojala nos volvamos a ver pronto, pero igual estamos conectados siempre gracias a esta red digital.
Muchos abrazos y, cachacamente hablando, „que estén muy bien!“

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Die Grenzen der Bewegungsfreiheit oder Der Konflikt im Alltag

Inzwischen habe ich mich einigermaßen in meinem neuen 9 to (mindestens) 5 –Alltag eingerichtet und verstehe auch das Bussystem immer besser, das am Anfang aufgrund der vielen individualisierten Routen durch die 9-Millionen-Stadt doch etwas verwirrend war.

Nachdem ich nämlich in den ersten Tagen einige Male vom Wege abgekommen und eine geringfügig andere Route als gewollt gefahren war (und dann zu Fuß woanders hinlaufen musste um zurück- oder ans Ziel zu gelangen), habe ich schon ziemlich viel entlang meiner normalen Fahrtroute und in meinem Wohnviertel kennengelernt. So wie ich mir durch solche Aktionen jeden Tag ein bisschen mehr Ortskenntnisse erarbeite, wird auch die inhaltliche Arbeit mit den Konzepten und vielen juristischen Begriffen im Büro langsam vertrauter.

Nicht vertraut ist mir hingegen die ständig fühlbare Unsicherheit und das große Misstrauen der Menschen in die eigene Gesellschaft: Die Alltäglichkeit des seit vielen Jahrzehnten herrschenden internen Gewaltkonfliktes hat in Kolumbien merklich ihre Spuren hinterlassen. Dies zeigt sich für mich vor allem in den zahlreichen kleinen Sicherheitsvorkehrungen, die man im Alltag beachten muss. Dazu zählen auch die vielen beiläufig erwähnten Beispiele von Überfällen oder geldmotivierten Entführungen im Bekanntenkreis.

All dies ist jedoch immer nur indirekt spürbar. Direkt erlebe ich eine in ihrer grenzenlosen Höflichkeit fast englisch anmutende Hauptstadtbevölkerung und sehr freundliche und vor allem hilfsbereite Mitmenschen. Dies gilt besonders für mein sehr nettes und witziges Team auf der Arbeit. Liebgewonnen habe ich auch das gastfreundliche ältere Ehepaar, bei denen ich ein Zimmer miete. Wenn ich nach Hause komme, fragen sie mich immer ganz süß über meinen Tag aus, es gibt täglich leckeres Frühstück und sogar ein kleines Obstpaket für die Arbeit mit! „Die Grenzen der Bewegungsfreiheit oder Der Konflikt im Alltag“ weiterlesen

Una pequeña retrospectiva a Cuba

Como ya lo mencioné en „Cielo Rojo sobre la Habana“, quería esperar hasta el fin del viaje para llegar a conclusiones sobre la situación política. Todos los días había aprendido algo nuevo que me hacía cuestionar mis impresiones anteriores. En fin me fui con más preguntas que respuestas. Por eso no quiero presumir poder sacar una conclusión final. Aquí va el intento de resumir todos estos pensamientos y contradicciones que dieron vueltas en mi cabeza.

Primero un par de proposiciones (siempre basadas en mis experiencias subjetivas):

  • Es verdad que casi todos los cubanos con los que he conversado, se han mostrado muy descontentos con el sistema.
  • Es verdad que casi todos los cubanos con los que he conversado defendieron los muchos logros de „la Revolución“.
  • Es verdad que mucha gente tiene familia en el extranjero (diáspora cubana), sobre todo en los EE.UU y que ellos les mandan plata a Cuba.
  • Es verdad que son sobre todo los jóvenes que ser quieren ir del país.
  • Es verdad que la nueva ley de migración teóricamente permite la salida del país sin permiso especial.
  • Es verdad que la mayoría de los cubanos no puede pagar los costos de un viaje así (pasaporte, vuelo etc.).
  • Es verdad que una salida exitosa también depende de que si los países de destino le dan la visa.
  • Es verdad que los „profesionales“ (médicos, profesores, abogados etc.) aún tienen que esperar para poder salir.
  • Es verdad que he visto muy poco personas con ropa vieja o rota (mucho menos que en cualquier otro país).
  • Es verdad que los derechos fundamentales en cuanto a la libertad de prensa y de movida todavía son fuertemente limitados.
  • Es verdad que derechos fundamentales en cuanto a educación, salud, participación en la vida cultural y seguridad son realizados bastante bien y mejor que en muchos otros países.
  • Es verdad que en Cuba existe algo como diferencias de clases – mansiones y casas rudimentarias, carros nuevos y bicicletas viejas etc.
  • Es verdad que muchos cubanos (sobre todo jóvenes) llevan suéteres con la imagen de Che Guevara.
  • Es verdad que la mayoría de los cubanos con los que he conversado (independientemente de su profesión u origen) parecían de un nivel alto de conciencia y educación.
  • Es verdad que la oferta cultural es muy diversa y abierto para todo el mundo.
  • Es verdad que a primera vez los cubanos parecen tener mucha alegría de vivir.
  • Es verdad que detrás de esta fachada alegre, muchas veces existen cinismo y una desesperanza muy profunda.

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Ein kleiner Rückblick auf Kuba

Wie in „Roter Himmel über Havanna“ erwähnt, wollte ich lieber bis zum Schluss abwarten, um mehr über die politische Situation zu sagen, da ich ja jeden Tag noch neues gelernt habe. „Wie das immer so ist“ habe ich jetzt natürlich mehr Fragen als je zuvor, so dass ich mir nicht anmaßen möchte irgendwas in Richtung eines abschließenden Urteils zu fällen – hier der Versuch, die vielen Gedanken und Widersprüche zusammenzufassen.

Zunächst ein paar unverfängliche Statements (immer basierend auf meinen -subjektiven- Erfahrungen):

  • Es stimmt, dass fast alle Kubaner im Gespräch große Unzufriedenheit am System äußern.
  • Es stimmt, dass fast alle Kubaner im Gespräch viele Errungenschaften „der Revolution“ verteidigen.
  • Es stimmt, dass viele Familie im Ausland, v.a. den USA haben, die ihnen häufig auch Geld schicken.
  • Es stimmt, dass vor allem junge Leute Auswanderungsträume hegen.
  • Es stimmt, dass das neue Reisegesetz theoretisch ab Januar die Ausreise ohne besondere Genehmigung erlaubt.
  • Es stimmt, dass die meisten Kubaner die mit einer Reise verbundenen Kosten (für Flug etc.) nicht zahlen können.
  • Es stimmt, dass eine erfolgreiche Ausreise auch davon abhängt, dass die Zielländer die Visa erteilen.
  • Es stimmt, dass die Fachkräfte (Mediziner, Lehrer, Anwälte etc.) nach wie vor warten müssen, bis sie ausreisen dürfen.
  • Es stimmt, dass ich sehr selten Menschen mit alter oder kaputter Kleidung gesehen habe (in Panama z.B. ständig).
  • Es stimmt, dass grundlegende Rechte im Bezug auf Meinungs- und (noch) Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt sind.
  • Es stimmt, dass grundlegende Rechte im Bezug auf Bildung, Gesundheit, Teilnahme am kulturellen Leben (und Sicherheit) gut und besser verwirklicht sind als in vielen anderen Ländern.
  • Es stimmt, dass es auch in Kuba so etwas wie Klassenunterschiede gibt – Villen und kleine Steinhäuschen, neue Autos oder alte Fahrräder usw.
  • Es stimmt, dass viele (vor allem junge) Kubaner auch Che-Guevara-Shirts tragen.
  • Es stimmt, dass die meisten Kubaner, mit denen ich geredet habe (unabhängig von Beruf oder Herkunft) einen überdurchschnittlich aufgeklärten und gebildeten Eindruck machten.
  • Es stimmt, dass das kulturelle Angebot sehr vielfältig und für jedermann zugänglich ist.
  • Es stimmt, dass die Kubaner auf den ersten Blick einen sehr lebensfrohen Eindruck machen.
  • Es stimmt, dass sich hinter dieser Fassade häufig eine tiefe Resignation und Hoffnungslosigkeit verbirgt.

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Últimas veces o „¡Hasta la vista, Cuba!“

Los últimos días en Cuba se pasaron volando. Siguiendo el consejo de la familia donde me estoy quedando (y del guía turístico que también vive en el edificio y siempre llega a lavar o tomar café) hice dos viajes más antes de irme. El primer viaje fue muy cliché turístico: cuatro ciudades en dos días, con todo incluido (hasta un almuerzo en un puerto de … Últimas veces o „¡Hasta la vista, Cuba!“ weiterlesen

Letzte Male oder „Hasta la vista, Cuba“

Die letzten Tage in Kuba sind wie im Flug vergangen. Auf Anraten der Familie, wo ich lebe (und dem Touri-Guide, der bei uns im Haus wohnt und immer zum Waschen und/oder Kaffeetrinken runterkommt), machte ich noch zwei Reisen. Die erste richtig touristisch – 4 Städte in 2 Tagen, inklusive Essen im Yachthafen und Übernachtung im fancy Hotel bzw. Bungalow-Komplex mit anderen Ausländern. Die zweite war eine Eintags-Tour wieder in die Tabakprovinz Pinar del Rio, wo ich schon mit Eva und Papa war. Es begleitete mich die komplette „Gastfamilie“.

Nachdem mich das baldige Ende meines Kuba-Aufenthaltes zunächst erschreckt hatte, wuchs die Vorfreude auf meine „zweite Heimat“ Panama mit der Zeit immer mehr. Dienstagmorgen bin ich gelandet, habe mich abends mit meiner Gastschwester Vanessa getroffen und einen langen Erzählabend auf ihrem Balkon mit Blick auf die Skyline verbracht. Donnerstag bin ich dann in „meine“ Provinz Chiriquí und dort direkt nach Volcán gefahren, wo ich 2003 die Schule besucht und immernoch die meisten Bekannten habe. „Letzte Male oder „Hasta la vista, Cuba““ weiterlesen

Che en el horizonte

Después de una breve excursión al mundo diplomático, me fui a Santa Clara. Es un poco más provincial que la Habana, pero super interesante y agradable.

Mis primeras impresiones fueron grupos grandes de peregrinos de Che Guevara, muchos estudiantes y muchos taxis colectivos de caballos. De ida me fui en el tren nocturno, aunque mucha gente me había avisado en contra de ello (o tal vez precisamente por eso)… otra experiencia más!

La estadía en Santa Claro en si fue muy dominada por el Che, pero más allá de los monumentos también tuve muchos encuentros muy agradables.

Ahora estoy de vuelta a la Habana, planeando mi última semana antes de irme para Panamá!

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