Zurück im alten Europa

Nach einigen ersten komischen Tagen der Eingewöhnung fühle ich mich nun wieder „normal“ hier in meiner gewohnten Berliner Umgebung und freue mich sehr, wieder (verhältnismäßig) nah bei Freunden und Familie zu sein. Jetzt sind meine Gedanken auch nicht mehr so sehr in Kolumbien wie noch am Anfang, als ich ständig Vergleiche zog. Obwohl es ja nicht mein erster längerer Lateinamerika-Aufenthalt war, war es dieses Mal doch anders als sonst. Vor allem da ich in vier so verschiedenen Ländern so viele verschiedene Eindrücke gewonnen und Erfahrungen gemacht habe.

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Die Grenzen der Bewegungsfreiheit oder Der Konflikt im Alltag

Inzwischen habe ich mich einigermaßen in meinem neuen 9 to (mindestens) 5 –Alltag eingerichtet und verstehe auch das Bussystem immer besser, das am Anfang aufgrund der vielen individualisierten Routen durch die 9-Millionen-Stadt doch etwas verwirrend war.

Nachdem ich nämlich in den ersten Tagen einige Male vom Wege abgekommen und eine geringfügig andere Route als gewollt gefahren war (und dann zu Fuß woanders hinlaufen musste um zurück- oder ans Ziel zu gelangen), habe ich schon ziemlich viel entlang meiner normalen Fahrtroute und in meinem Wohnviertel kennengelernt. So wie ich mir durch solche Aktionen jeden Tag ein bisschen mehr Ortskenntnisse erarbeite, wird auch die inhaltliche Arbeit mit den Konzepten und vielen juristischen Begriffen im Büro langsam vertrauter.

Nicht vertraut ist mir hingegen die ständig fühlbare Unsicherheit und das große Misstrauen der Menschen in die eigene Gesellschaft: Die Alltäglichkeit des seit vielen Jahrzehnten herrschenden internen Gewaltkonfliktes hat in Kolumbien merklich ihre Spuren hinterlassen. Dies zeigt sich für mich vor allem in den zahlreichen kleinen Sicherheitsvorkehrungen, die man im Alltag beachten muss. Dazu zählen auch die vielen beiläufig erwähnten Beispiele von Überfällen oder geldmotivierten Entführungen im Bekanntenkreis.

All dies ist jedoch immer nur indirekt spürbar. Direkt erlebe ich eine in ihrer grenzenlosen Höflichkeit fast englisch anmutende Hauptstadtbevölkerung und sehr freundliche und vor allem hilfsbereite Mitmenschen. Dies gilt besonders für mein sehr nettes und witziges Team auf der Arbeit. Liebgewonnen habe ich auch das gastfreundliche ältere Ehepaar, bei denen ich ein Zimmer miete. Wenn ich nach Hause komme, fragen sie mich immer ganz süß über meinen Tag aus, es gibt täglich leckeres Frühstück und sogar ein kleines Obstpaket für die Arbeit mit! „Die Grenzen der Bewegungsfreiheit oder Der Konflikt im Alltag“ weiterlesen

„Das ist Kuba, Schätzchen!“

Gerade ist noch meine Schwester Eva zu Besuch, die für ein Semester in Mexiko DF studiert. Diese Woche waren wir einige Tage auf dem Land, wo wir nochmal ganz andere Einblicke und vor allem superschöne Ausblicke auf die (Berg-)Landschaft in der „Tabakprovinz“ Pinar del Río gekriegt haben. Dazu jedoch mehr in „Im Inneren des Landes“.

Es war die Tage nach dem Hurricane immer noch sehr stürmisch („mucho aire“, wie die Kubaner es häufig ausdrücken). Das Wasser am Malecón wurde sogar noch unruhiger und Wellen und Gischt machten die Straße am Küstenstreifen einige Tage unbefahrbar. Inzwischen hat sich das Wasser aber wieder beruhigt und gestern war wieder alles voll von Flanierern, Musikern und Familien, die in aller Ruhe den Sonnenuntergang genossen.

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Roter Himmel über Havanna

Während in meiner Wohnung in Berlin nach einem Einbruch die Tür beschädigt war und durch Komplikationen mit der Hausverwaltung 2 Tage nicht repariert wurde, erlebten wir hier wieder eine Menge Sachen. Der Hurrikan hat vorgestern nacht im Osten des Landes gewütet, aber laut Landesmedien (meine Schwester sagt, die mexikanischen Medien berichteten von 11 Toten) wohl keine Verletzten hinterlassen (bzw. alle wurden rechtzeitig evakuiert) und ist gestern morgen Richtung USA weitergezogen. Wegen dem schlechten Wetter (böeig mit starkem Regen), ist allerdings der Schulbetrieb eingeschränkt und bis abends war es ungewöhnlich stürmisch – und der Himmel rot gefärbt, was natürlich Anlass für einige Wortwitze gab. „Roter Himmel über Havanna“ weiterlesen